Wieder daheim

Wir sind wieder zurück. Nach einem neunstündigen Flug von Peking bis Wien und einer Nacht in Wien sind wir heute früh, kurz vor 9 Uhr, in Tegel gelandet.

Am Freitag waren wir wie geplant im Sommerpalast, haben Peking-Ente gegessen und unsere letzten Yuans in den Läden rund ums Hostel ausgegeben. Am nächsten morgen um 4 Uhr früh holt uns unser Taxi ab. Nach einer irrwitzig halsbrecherischen Fahrt entlässt uns der Fahrer – wie durch ein Wunder – wohlbehalten am Flughafen und wir treten die Rückreise an.

Auf der Mauer

Auf der Mauer, auf der Lauer…

Die letzten Tage…

Heute war Tag fünf unseres Aufenthaltes in Peking. Nachdem wir am Montag, wie bereits berichtet, die ersten Eindrücke aus der Stadt aufgenommen haben, sind wir Dienstag gegen Mittag zu unserem gebuchten Trip zur chinesischen Mauer aufgebrochen.

Um kurz nach Eins holt uns unser persönlicher Fahrer „Noodles“ in der Nähe des Hostels ab. Nach knapp zwei Stunden sind wir in der Gegend um Badaling angekommen. Nachdem wir durch einen Tunnel gefahren sind, verlassen wir die Schnellstraße und fahren ein kurzes Stück unbefestigte Straße. Wenig später sind wir am Eingang einer Touristenattraktion mit großem Parkplatz, Infopunkt, Toiletten, usw. – allerdings sind wir quasi allein. Nur eine chinesische Familie und die Mitarbeiter sind außer uns hier. Wir steigen noch ein paar Treppen hinauf und schon befinden wir uns auf einem restaurierten Mauerstück. Nach zwei Wachtürmen endet der restaurierte Teil und geht über in einen steinigen, teilweise von Sträuchern überwucherten Abschnitt. Wir laufen weiter, machen unzählige Fotos, genießen die Aussicht und die menschenleere Umgebung. Insgesamt begegnen uns auf der Mauer außer der Familie nur zwei weitere einsame Wanderer.

Nach ungefähr drei Stunden sind wir wieder bei unserem Chauffeur und lassen uns zu unserer Nachtunterkunft bringen. Nach dem Abendbrot und einem kurzem Zeitvertreib beim Billard schlafen wir, mehr schlecht als recht, bis wir um 4 Uhr morgens wieder ins Auto steigen. Es ist noch dunkel und wir fahren zum bekannten Mauerstück. Oben angelangt laufen wir zum zweiten Wachturm und warten auf den Sonnenaufgang. Die Kälte ist überraschend scharf, zum Glück wurden wir gewarnt und haben uns wärmer angezogen. Die Dämmerung kommt schnell, doch die Sonne versteckt sich hinter den Bergen und es dauert eine gefühlte, bibbernde Ewigkeit. Irgendwann zeigt sich ein gleißendes Leuchten über der Bergkette, die im Osten unseren Horizont bildet. Es vergehen nur wenige Minuten und der goldene Sonnenball erhebt sich über die Berge – das Warten hat sich gelohnt! Müde und frierend kehren wir zum Auto zurück, fahren ein paar Minuten zu einer Art Kneipe, wo wir das lokale Frühstück verzehren. Gegen neun Uhr sind wir wieder in Peking am Hostel zurück.

Den Rest des Tages begeben wir uns wieder auf Stadttour, schauen uns das CCTV-Gebäude an, gehen Handeln bzw. Einkaufen im Silk-Market und beschließen den Tag am Night-Market mit Schlangen-, Skorpions- und Meeresgetier-Gourmetspezialitäten, die wir allerdings nur aus respektvoller Entfernung betrachten.

Heute haben wir uns das Olympiastadion und den Himmelstempel in Peking angeschaut. Morgen steht der Sommerpalast und Peking-Ente auf dem Programm. Und dann ist auch schon Samstag und wir fliegen wieder zurück nach Deutschland. Wie schnell doch die Zeit vergeht…

Peking

Am Samstag fahren wir mit der Metro zur Grenze zwischen China und Hongkong. Der Übertritt mit unseren neuen Visa klappt problemlos. Am Bahnhof von Shenzhen begeben wir uns in die Wartehalle. Während unser Zug schon in einer knappen Stunde fährt muss Micha noch bis zum Nachmittag warten.

Gegen halb Elf öffnen sich die Einlasspforten zu unserem Bahnsteig. Ein Heer ungeduldiger Chinesen wuselt die Treppen hinab, wir verabschieden uns von Micha und begeben uns in den Strom der Menschenmenge hinein. Im Zug stellen wir fest, dass wir auf drei unterschiedliche Abteile aufgeteilt sind. Immerhin sind diese direkt nebeneinander. Obwohl wir alle in den oberen Betten der dreigeschossigen Schlafregale untergebracht sind (die sind günstiger als die unteren und mittleren Betten) macht sich das über der Fahrt hinweg nicht als Nachteil bemerkbar – hier hat man wenigstens seine Ruhe und liegt zudem dicht an der Klimaanlage, da der Zug zur Abwechslung mal nicht auf Gefrierschranktemperatur eingestellt ist. Der einzige Nachteil ist, dass man von oben nicht aus dem Fenster schauen kann.
Unsere Abteilkollegen sind hauptsächlich Familien mit Kindern, von denen wir wie üblich neugierig beäugt werden. Eines der Kinder kann sogar ein wenig englisch, was einen, wenn auch sehr beschränkten, Austausch ermöglicht.
Nach einer schier endlosen Zugfahrt von 30 Stunden kommen wir gestern am späten Nachmittag in Peking an. Wir brauchen nochmal gute zwei Stunden bis wir schließlich am Hostel sind, das direkt in einem der Hutongs am Rande der verbotenen Stadt liegt.
Abends spazieren wir noch durch das Hutong, bekommen knapp vor Ladenschluss im De Yuan Roast Duck Restaurant noch Abendbrot und laufen anschließend bis zur Qianmen Straße. Hier kaufen sich die Jungs für ihren Spieltrieb tolle Souvenirs: Grüne Laserpointer mit denen man die ganze Promenade hinunterleuchten kann.

Heute haben wir den ersten Teil des Pflichtprogramms für Touristen in Peking abgearbeitet: Wir waren auf dem Platz des himmlischen Friedens und in der verbotenen Stadt und dem dahinter liegenden Zhongshan Park. Morgen und übermorgen sind wir mit einer gebuchten Tour an der chinesischen Mauer. Diesmal wird es aber wohl keine kaffefahrtähnliche Reise, wie zu den Hakka Tulous, in einem großen Reisebus mit vielen anderen Chinesen sondern in kleinerer Gruppe und ohne Zwangspausen zum Shoppen.

Und es geht weiter

Es ist Freitagabend und damit unser letzter Abend hier in Hongkong. Wir konnten heute Vormittag unsere Reisepässe mit den neuen Visa für China abholen, sodass unserer morgigen Einreise nichts mehr im Weg stehen sollte.

Die letzten zwei Tage und heute haben wir uns gruppenmäßig etwas flexibler aufgestellt und waren nicht immer im vollen Fünferpack unterwegs. Am Mittwoch machen wir uns gemeinsam auf den Weg, um den Victoria Peak zu ersteigen. Um Kräfte zu sparen und nicht der wiedereinmal unbeschreiblichen tropischen Hitze zum Opfer zu fallen, steigen wir in die Peak Tram, die uns nach geduldigem Anstehen ohne eigene Kraftanstrengung zur Bergspitze bringt. Die Aussicht von dort ist beeindruckend und wir nehmen unser Mittag touristenmäßig im oben angesiedelten Fritten- und Burgerladen ein. Den Rückweg gehen wir getrennt an: Die einen fahren zum Strand während die anderen zu Fuß den Berg hinabsteigen und die Stadt noch ein wenig erkunden (unter anderem mit einer Fahrt in einer der Doppelstockstraßenbahnen).

Gestern stehen unter anderem folgende Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: Tian Tan Buddha, Po Lin KlosterHongkong Museum of History und Hongkong Science Museum.

Heute sind drei von uns für einen Tagestrip nach Macao gefahren. Man kann mit einer Schnellbootfährverbindung in einer Stunde die Entfernung zwischen Hongkong und Macao hinter sich bringen. Macao, einst portugiesische Kolonie, bietet neben der reizvollen Altstadt auch eine Unzahl von Casinos, da hier im Gegensatz zum Rest von China das Glücksspiel erlaubt ist. Zu den Casinos gibt es kostenlose Shuttlebusse vom Fährterminal. Nachdem wir uns unter anderem die Ruinen der Pauluskirche, die Bergfestung und den Lou Lim Ieoc Garten angesehen haben, fahren wir mit einem der Shuttlebusse zum Casino „The Venetian“, welches das größte Casino der Welt ist.

Abends fahren wir mit der Fähre wieder nach Hongkong. Morgen beginnt dann unsere 29-Stunden-Fahrt mit dem Zug nach Peking. An dieser Stelle werden wir uns von Micha, der wieder nach Shanghai fahren wird, verabschieden, der uns auf der Reise nicht nur mit seinen Chinesischkenntnissen immer eine große Hilfe sondern auch wertgeschätzter Mitreisender war.

Hongkong

Wir sind gut in Hongkong angekommen. Vorgestern Abend sind wir in den Nachtbus von Xiamen nach Shenzhen gestiegen. Zu unserer großen Überraschung war der Bus komplett mit Betten ausgestattet, sodass für uns die Fahrt schlafend wie im Flug verging. Morgens in Shenzhen angekommen passieren wir die Grenze und reisen aus Festland-China aus.

Unsere Herberge im New Peking Guest House im Chungking Mansions stellt sich als annehmbar heraus, bis auf dass das Klo im einen unserer Zimmer nur mit Vorsicht zu benutzen ist. Die Kloschüssel ist notdürftig mit Silikon geflickt, da sie scheinbar dem Gewicht eines der vorherigen Gäste nicht standgehalten hat.

Am Ankunftstag, also gestern, haben wir uns gleich noch um unser Visum zur erneuten Einreise nach China gekümmert, was sich als einfacher herausstellt als gedacht. Zwar bekommen wir nicht die „Rush-Option“, mit welcher wir das Visum bereits nach einem Tag hätten abholen können, aber uns wird die Fertigstellung für Freitag zugesichert. Am Samstag geht unser Zug nach Peking…

Tourismus

Xiamen ist mit über zwei Millionen Einwohnern für Chinas Verhältnisse eher eine Kleinstadt. Im Gegensatz zu den Großstädten wie Shanghai gibt es keine Metro, dafür gefühlt unendlich viele Buslinien, die zum Teil sogar auf extra für sie gebauten Hochstraßen fahren. Busfahren ist prinzipiell recht einfach: Man steigt an der Haltestelle in die gewünschte Linie, bezahlt beim Fahrer in eine Art großes Sparschwein je nach Linie ein oder zwei Yuan, was in etwa 13 Eurocent entspricht, und steigt aus sobald man sein Ziel erreicht hat. Soweit so einfach. Die Schwierigkeit besteht nun darin, einerseits überhaupt Platz in einem der zum Teil vollkommen überfüllten Busse zu bekommen und andereseits die Zielhaltestelle zu identifizieren, entweder durch geschickten Bildervergleich der Schriftzeichen auf dem Busfahrplan mit der Beschreibung im Reiseführer oder durch Heraushören einer passenden Silbe aus der undeutlichen Haltestellenansage.

Heute sind wir gleich zwei Mal mit dem Bus gefahren: Am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Naputuo Tempel, wo wir auf Heerscharen chinesischer Touristen treffen. Nach einem anstrengenden aber lohnenswerten Aufstieg auf den Tempelberg entscheiden wir uns für ein fast heimatliches Mittagessen bei Pizza Hut. Die zweite Busfahrt in einem wiederum vollkommen überfüllten Bus bringt uns zum Haiyuntai Strand, wo wir den späten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang verbringen. Auch wenn das Wasser Badewannenwarm ist, bleibt ein gewisser Erfrischungs- und Erholungseffekt nicht aus.

Vorgestern haben wir uns, in weiser Voraussicht, bereits die Tickets für unseren Bus nach Shenzhen (nahe Hongkong) besorgt. Der Tag ist von Regen geprägt, sodass wir erst recht spät aufbrechen um die Insel Gulangyu zu besuchen. Auch hier sind Schwärme chinesischer Touristen unterwegs und wir werden wie üblich neugierig bis argwöhnisch beäugt beziehungsweise angestarrt und heimlich oder auf Nachfrage fotografiert.

Für morgen haben wir eine geführte Tagestour zu den Tulou gebucht, bevor wir abends in den Nachtbus in Richtung Hongkong steigen. Nach unserem relativ guten Hostel hier in Xiamen dürfen wir gespannt sein, wie unsere Herberge in Hongkong in dem berüchtigten Komplex Chungking Mansions wohl sein wird.

Xiamen

Mit Shanghai liegt nun die erste Station unserer Chinareise endgültig hinter uns. Nachdem der Taifun unseren geplanten Besuch in Putuoshan vereitelt hatte, fiel ihm nun auch die gedachte Station in Hangzhou zum Opfer. Aufgrund der schlechten Wettervorhersage entschlossen wir uns, einen Tag früher nach Xiamen zu fahren, aber auch das kam etwas anders als gedacht, aber der Reihe nach.

Am Dienstag sind wir in Suzhou gewesen und haben uns unter anderem den Garten des bescheidenen Beamten angesehen. Schon am Ende des Tages werden wir noch in Suzhou von einem Regenschauer überrascht. Als wir abends in Shanghai in unsere Betten fallen, beginnt der Taifun über die Stadt hinweg zu brechen. Den nächsten Tag verbringen wir in der Wohnung mit Filmschauen, Mahjong spielen und Reiseplanung, während draußen das Unwetter tobt. Abends gehen wir noch mit Freunden von Micha im Dolar Shop Hotpot essen, eine Art Fondue.

Für Donnerstag sieht unsere, dem Taifun angepasste, Reiseplanung nun vor, nach Xiamen zu fahren. Am Vorabend buchen wir bereits eine Unterkunft und brechen am nächsten Morgen zeitig mit Sack und Pack auf, um den Schnellzug von Shanghai Hongqioa nach Xiamen zu nehmen. Am Bahnhof angekommen reihen wir uns in die Menschenmassen vor den Ticketschaltern ein, um unsere Zugtickets zu erwerben. Nach einer halben Ewigkeit sind wir endlich an der Reihe und dürfen feststellen, dass für den Tag alle Plätze nach Xiamen ausverkauft sind. Wir müssen uns wohl oder übel mit der Verbindung am darauffolgenden Tag zufrieden geben. Etwas enttäuscht machen wir uns auf den Rückweg zur Wohnung. Der Nachmittag wird von allen unterschiedlich gestaltet: Der eine kuriert seine Migräne aus, die anderen fahren Speicherkarten für die Kameras kaufen und ins Propagandamuseum, einer schaut sich das Shanghai-Museum an und einer kümmert sich per Onlinebuchung um die Zugtickets für unsere Rückreise aus Hongkong. Abends beruhigt sich allmählich das Wetter, sodass wir guten Muts den weiteren Verlauf unserer Reise erwarten.

Heute morgen dann, also Freitag, machen wir uns wieder mit unserem Gepäck auf zum Bahnhof. Diesmal ist quasi kein Andrang an den Ticketschaltern, sodass wir die Gelegenheit nutzen, unsere online gebuchten Tickets von Hongkong nach Peking abzuholen. Mit unseren am Vortag gelösten Tickets begeben wir uns direkt zum Bahnsteig und fahren neun Stunden bis nach Xiamen. Um 19:19 Uhr steigen wir halb erfroren aus dem wieder einmal überklimatisierten Zug und fahren mit dem Bus zum Hostel, das mitten in der Altstadt in einer verwinkelten Gasse liegt. Nach einem Abendbrot auf dem nächtlichen Altstadtmarkt kehren wir wieder zum Hostel zurück und genießen den Ausblick von der Dachterasse auf die nächtliche Stadt bevor wir erschöpft in die harten Doppelstockbetten fallen.

Unser Plan für den weiteren Reiseverlauf sieht vor, am Montag nach Hongkong zu fahren. Bis dahin wollen wir die Insel Gulangyu besuchen, am Strand liegen und vielleicht ein Tour zu den Rundhäsern der Hakka, den sogennanten Tulou, machen.